

VERANSTALTERWECHSEL NIMMT KEIN ENDE: Zeche Carl startet neuen Versuch
Die Zeche Carl steht momentan nicht gerade für Kontinuität. Nachdem im Juni 2009 der etablierte Partyklassiker Mandanzz nach 21 Jahren wegen immer größerer Differenzen zwischen Veranstaltern und Stadt erfolgreich nach Düsseldorf ins Stahlwerk wechselte, wurde in großem Tempo eine neue schwule Party auf den gewohnten Termin am zweiten Samstag des Monats gesetzt. Der Name: Carl’s – Das Origaynal. Die Intention: Die schwule Partykultur in der Zeche zu bewahren und damit nach Möglichkeit auch noch die Aids-Hilfe in Essen zu unterstützen, welche die Party veranstaltete.
Dieses Konzept scheint jedoch nicht befriedigend aufgegangen zu sein.
Denn relativ abrupt ist die Carl’s jetzt abgesetzt worden. Nun wird die
dritte schwule Party in diesem Jahr in der Wilhelm-Nieswandt-Allee Einzug
halten: der Glamourdome. Der Name dürfte Partyexperten aus dem
Jahr 2005 noch bekannt sein. Zu diesem Zeitpunkt zog die Glamourdome
als schwules Mega-Event große Besucherzahlen ins Kölner Tarm-Center.
Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit dieser Location wurde versucht, mit neuen Veranstaltungsorten in der Innenstadt an den früheren Erfolg anzuknüpfen. Dies scheiterte jedoch, der Glamourdome verschwand.
Köln entdeckt das Ruhrgebiet
Umso überraschender, dass mit der neuen Partyreihe in Essen, die ab dem 28. November regelmäßig am vierten Samstag stattfinden soll, das totgeglaubte Partylabel reanimiert werden soll. Denn auch wenn die Zeche Carl sich in den letzten Jahren mit vielen Qualitäten einen Namen gemacht hatte, hätte doch wohl niemand den Glamourfaktor dazugezählt.
Das Team rund um den Veranstalter Neal Kieswetter hofft in diesem Punkt auf die Zukunft: „Im nächsten Jahr sollen in der Zeche einige Umbaumaßnahmen stattfinden.“ Dies dürfte auch nötig sein, um dem glamourverwöhnten Publikum, das für den Eintritt immerhin den stolzen Preis von zehn Euro zu entrichten hat, ein adäquates Umfeld zu bieten und damit ein neues schwules Partyhighlight im Ruhrgebiet zu schaffen. Zu wünschen wäre es der Zeche Carl nach den turbulenten Monaten.
Ob Neal Kieswetter oder sein Kollege Klaus Gerber dafür die richtigen Männer sind, wird sich zeigen. Erfahrungen im Kölner Partysektor sammelte Neal Kieswetter bis dato genug, trotzdem scheint ihm die Stadt aktuell kein Glück zu bringen. Die grandios gestartete Celebrate knabbert an den Besucherzahlen seiner etablierten Mittwochs-Party Pink Triangle. Die ebenfalls am 4. Samstag im Monat stattgefundene Partyreihe Kings & Queens findet nur noch unregelmäßig statt und auch für den Gay College Club gibt es bis dato keine aktuellen Veranstaltungstermine. Und auch Klaus Gerbers Kölner-Partyreihe „Funky Boys“ gehört schon seit einiger Zeit der Vergangenheit an. [LL]























